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Dr. Hans Pircher, Hauptbereichsleiter Forschung, Zentrales
Qualitäts- und Prüfwesen der Thyssen Krupp Stahl AG, sowie Dr. Thomas Schmidt, Verfahrensentwicklung der Schott DESAG AG, erhielten aus den Händen von Ernst Schwanhold, Minister für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, den Innovationspreis Lasertechnik 2000. Die Verleihung fand während eines Festaktes in der Aula Carolina zu Aachen am 30.05.2000 im Rahmen des Aachener Kolloquiums für Lasertechnik AKLī2000 statt. Diese Konferenz wird alle 2 Jahre gemeinschaftlich vom Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT Aachen und dem Arbeitskreis Lasertechnik e.V. Aachen veranstaltet. Auf dem AKLī2000 tauschen über 330 Fachleute
von Seiten der Laserhersteller und Anwender aus den
unterschiedlichsten Branchen der produzierenden Industrie Ihre Erfahrungen aus. Mit dem Innovationspreis Lasertechnik zeichnet der Arbeitskreis Lasertechnik e.V. richtungsweisende
Innovationen in der Entwicklung von Lasersystemen und deren
fertigungstechnischen Einsatz aus.
Der wirtschaftliche Einsatz maßgeschneiderter Halbzeuge erfordert neue Fügetechniken, um die positiven Eigenschaften
unterschiedlicher Werkstoffe optimal zu nutzen. Das Fügen von
Aluminium und Stahl zu Platinen durch Walzplattieren ist seit
langem bekannt, führt jedoch aufgrund der unterschiedlichen
physikalischen Eigenschaften der Fügepartner zu rissempfindlichen Verbindungen, die ein Tiefziehen der Bleche nicht ermöglicht. Dr. Hans Pircher von der Thyssen Krupp Stahl AG ist es gelungen, durch breitendes Walzen und eine Aktivierung der Oberfläche durch Laserstrahlung eine Verbindung herzustellen, die sich als einzig bekannte Verbindung zu einem PKW-Dach tiefziehen lässt.
Die anwendungsnahe wissenschaftliche Arbeit von Dr. Hans
Pircher ermöglicht es, zwei auf den ersten Blick nicht vereinbare Materialien mit Hilfe der lokalisierten Energieeinbringung durch Laserstrahlung zu einem Halbzeug zu verbinden, das der Automobilindustrie unmittelbar neue Perspektiven eröffnet. Dies betrifft insbesondere den heute entscheidend wichtigen Leichtbau.
Die hohen Bearbeitungsqualitäten des Werkzeugs Laserstrahl
zählen zu den wesentlichen Gründen für den wirtschaftlichen
Einsatz des Lasers. Vorgespannte Flachgläser, wie sie in
Automobilverglasungen, Filtergläsern und Bauglasscheiben
Verwendung finden, müssen durch Ritzen, Brechen, Schleifen und Waschen für den Vorspannprozess vorbereitet werden. Diese Prozesse sind zeitlich aufwendig und gekennzeichnet durch niedrige Qualität der Kanten, so dass es zu erheblichem Ausschuss in der Produktion kommt. Aufbauend auf grundlegende wissenschaftliche Arbeiten und Patente konnte Dr. Thomas Schmidt von der Schott DESAG AG das Ritzen von Flachgläsern mit Laserstrahlung als wirtschaftlichere Alternative herausarbeiten und patentrechtlich absichern. Die Qualität der mittels Laserstrahlung geritzten und mechanisch gebrochenen Kante erfordert kein Schleifen als Vorbereitung zum Vorspannprozess.
Das unmittelbar vor der Einführung in die Serie stehende
Verfahren wird die Produktionskosten von vorgespannten
Flachgläsern senken und eröffnet dem Werkzeug Laserstrahl ein neues Einsatzgebiet.
Die beiden Preisträger erhielten je eine mit 5000,- DM
ausgestattete Prämie und werden in den Arbeitskreis Lasertechnik e.V. als AKL-Fellows aufgenommen.
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